(Fundstelle: BGBl. I 2017, 1093 - 1094)
Die Neigung des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs zur Ausbildung von Wegsamkeiten soll möglichst gering sein. Bewertungsrelevante Eigenschaften hierfür sind die Veränderbarkeit der Gebirgsdurchlässigkeit, Erfahrungen über die Barrierewirksamkeit der Gebirgsformationen, die Rückbildbarkeit von Rissen und für den Vergleich von Gebieten die Duktilität des Gesteins nach der unten stehenden Tabelle.Bewertungsrelevante Eigenschaft des KriteriumsBewertungsgröße beziehungsweise Indikator des KriteriumsWertungsgruppegünstigbedingt günstigweniger günstigVeränderbarkeit der vorhandenen GebirgsdurchlässigkeitVerhältnis repräsentative Gebirgsdurchlässigkeit/repräsentative Gesteinsdurchlässigkeit< 1010 – 100> 100Erfahrungen über die Barrierewirksamkeit der Gebirgsformationen in folgenden Erfahrungsbereichen
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rezente Existenz als wasserlösliches Gestein
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fossile Fluideinschlüsse
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unterlagernde wasserlösliche Gesteine
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unterlagernde Vorkommen flüssiger oder gasförmiger Kohlenwasserstoffe
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Heranziehung als hydro- geologische Schutzschicht bei Gewinnungsbergwerken
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Aufrechterhaltung der Abdichtungsfunktion auch bei dynamischer Bean- spruchung
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Nutzung von Hohlräumen zur behälterlosen Speicherung von gasförmigen und flüssigen MedienDie Gebirgsformation/der Gesteinstyp wird unmittelbar oder mittelbar anhand eines oder mehrerer Erfahrungsbereiche als gering durchlässig bis geologisch dicht identifiziert, auch unter geogener oder technogener Beanspruchung.Die Gebirgsformation/der Gesteinstyp ist mangels Erfahrung nicht unmittelbar/ mittelbar als gering durchlässig bis geologisch dicht zu charakterisieren.Die Gebirgsformation/der Gesteinstyp wird unmittelbar oder mittelbar anhand eines Erfahrungsbereichs als nicht hinreichend gering durchlässig identifiziert.Duktilität des Gesteins (da es keine festgelegten Grenzen gibt, ab welcher Bruchverformung ein Gestein duktil oder spröde ist, soll dieses Kriterium nur bei einem Vergleich von Standorten angewandt werden)Duktil/plastisch-viskos ausgeprägtSpröde-duktil bis elastoviskoplastisch wenig ausgeprägtSpröde, linear-elastischRückbildbarkeit von RissenRückbildung der Sekundärpermeabilität durch RissschließungDie Rissschließung erfolgt aufgrund duktilen Materialverhaltens unter Ausgleich von Oberflächenrauhigkeiten im Grundsatz vollständig.Die Rissschließung erfolgt durch mechanische Rissweitenverringerung in Verbindung mit sekundären Mechanismen, zum Beispiel Quelldeformationen.Die Rissschließung erfolgt nur in beschränktem Maße (zum Beispiel bei sprödem Materialverhalten, Oberflächenrauhigkeiten, Brückenbildung).Rückbildung der mechanischen Eigenschaften durch RissverheilungRissverheilung durch geochemisch geprägte Prozesse mit erneuter Aktivierung atomarer Bindungskräfte im RissflächenbereichRissverheilung nur durch geogene Zuführung und Auskristallisation von Sekundärmineralen (mineralisierte Poren- und Kluftwässer, Sekundärmineralisation)Zusammenfassende Beurteilung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten aufgrund der Bewertung der einzelnen IndikatorenBewertung überwiegend „günstig“: Keine bis marginale Neigung zur Bildung von FluidwegsamkeitenBewertung überwiegend „bedingt günstig“: Geringe Neigung zur Bildung von dauerhaften FluidwegsamkeitenBewertung überwiegend „weniger günstig“: Bildung von dauerhaften sekundären Fluidwegsamkeiten zu erwarten